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Winter-Wanderung zum Castell d’Alaró

Winterzeit ist für uns Wanderzeit. Diesmal geht es für mich und meinen Mann zum Castell d’Alaró. Diese Tour ist eine der beliebtesten Wander-Routen auf Mallorca und kann in unterschiedlichen Etappen bewandert werden. Einige starten vom Ort Orient, ein etwas bequemerer Spaziergang beginnt bei der Gaststätte “Es Verger”.

Wir starten allerdings am Rathausplatz von Alaró und laufen Richtung Ortsausgang im Osten. Jetzt im Winter sind die Gassen ruhig. Nur ein paar Einheimische sitzen in einem Café nahe der Kirche. Das Wetter ist herrlich. Trocken und mild. Ein paar Wolken ziehen am Himmel vorbei.

Dann geht es weiter auf einer Landstraße, bis ein Schild in eine Straße zeigt, auf der es Richtung “Es Verger” geht. Wir biegen ab und befinden uns auf einer schmalen Straße, auf der sich links und rechts wunderschöne Fincas mit traumhaften Gärten abwechseln. Der Weg schlängelt sich eine Steigerung hoch, an Olivenhainen entlang durch eine zauberhafte Natur. Vögel zwitschern und die Sonne scheint herrlich. Nur die Autos nerven ein wenig, die uns überholen und wegen des schmalen Schotterweges teilweise ihre Probleme haben. Wer mit dem Auto zum Restaurant Es Verger möchte, muss diese Straße hinauf und das ist nichts für schwache Nerven. Für Gegenverkehr ist der Weg einfach zu eng.

Ich bin jetzt richtig froh, die Strecke zu laufen und freue mich, als wir den Weg verlassen und einen Wanderpfad nutzen. Endlich keine Autos mehr, sondern grüne und blühende Sträucher. Wir überqueren immer wieder die engen Serpentinen, um durch Wanderpfade schneller am Gipfel zu sein und die Autos irgendwann ganz hinter uns zu lassen.

Am Restaurant Es Verger kommen wir übrigens nicht vorbei, weil wir einen anderen, direkteren Weg zum Castell d’Alaró wählen. Doch von weiter oben haben wir einen atemberaubenden Blick auf den großen Bauernhof, vor dem einige Autos parken und von dem aus viele Leute ihre Wanderung beginnen.

Irgendwann wird der Wanderpfad zu einer alten Steintreppen, die an einem steilen Felsen entlangführt. Das Ziel ist nicht mehr weit. Der Ausblick von hier aus bereits unwahrscheinlich schön. Der zum Teil anstrengende und auch autobedingt nervige Aufstieg hat sich gelohnt. Der Blick über die Insel scheint endlos zu sein. Ich schaue auf den Ort Alaró und über die Ebene Llanura del Centr.

Wir gehen weiter hoch, durch ein sehr altes, zerfallenes Tor. Dort auf dem Plateau gibt es nicht viel zu sehen. Bäume, ganz wenige, alte verfallende Mauern. Zu erst bin ich etwas enttäuscht, doch dann entdecke ich den absolut großartigen Ausblick über die Insel. Richtung Norden kann ich über die Gebirgszüge der Serra de Tramuntana sehen. Was mich absolut schockt, ist der steile Abhang, der kein bisschen gesichert ist. Mit kleinen Kindern würde ich niemals hierher kommen. Ich würde tausend Tode sterben. Ein Schritt zu viel und es geht hunderte Meter tief abwärts. Nichts für Menschen mit Höhenangst.

Dann entdecken wir, dass es noch eine Ebene weiter hoch geht und laufen noch das letzte Stück hoch. Dort befindet sich eine große Aussichtsplattform mit kleiner Bar, Tischen und Bänken. Es stehen sogar Esel hier oben und es gibt noch weiter Aussichtspunkte mit interessanten Infotafeln zu der Gebirgskette der Tramuntana. Nach einer kleinen Kaffeepause machen wir uns wieder auf den Rückweg, der natürlich viel schneller geht, als der Aufstieg. Insgesamt benötigen wir für den Auf- und Abstieg plus Pausen ca. 5 Stunden. Ich kann diese Wanderung in jedem Fall empfehlen. Mit Kindern kann der Aufstieg zum Castell d’Alaró teilweise gefährlich und anstrengend werden, an Wochenenden und Feiertagen ziemlich voll. Für uns ein rundum schöner Ausflug, den wir sicherlich noch mal machen werden.

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