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Tauchen an der Ostküste Mallorcas

Zugegeben, Mallorca ist nicht gerade der Tauch-Hotspot der Welt. Äqypten, die Malediven und viele andere Destinationen haben unterwassertechnisch viel mehr zu bieten. Dennoch ist Mallorca ein super Ort, um Tauchen zu lernen und die hiesige Unterwasserwelt lieben zu lernen. Ich habe meinen Tauchschein bei Lars, dessen Vater die Michaels Diving School in der Cala Serena betreibt gemacht. Hier durfte ich bereits während einer Schnupperstunde im Meer tauchen, Baby-Sepias bewundern und die unglaublich klare Sicht genießen. Mich reizt am Tauchen vor allem eins: das Gefühl von Schwerelosigkeit. Dicht gefolgt von dem meditativen Gefühl, mit dem ich durch das Wasser gleite. Alle Sorgen, Gedanken und Alltagsprobleme sind vergessen. Ich schwebe durch das Wasser und bestaune die Sonnenstrahlen, die durch die Wasseroberfläche tauchen. Die Graswälder unter Wasser und die steilen Klippenwänden mit den Muränen und tausenden Fischen, die sich hier verstecken – ein herrlicher Anblick.

Wer auf Mallorca taucht, sollte schwindelfrei sein. Es kann schon mal vorkommen, dass man auf der Suche nach dem perfekten Tauchspot von einer kleinen Klippe springen muss. In gesamter Tauchmontur versteht sich. Häufig stand ich an der Klippe, unter mir schwappten die Wellen gegen den Stein und ich zählte runter. Drei, zwei, eins. Gesprungen bin ich dann meist nur, weil mir die Ausrüstung auf die Schultern drückte und ich mich einfach so sehr nach der Schwerelosigkeit im Wasser gesehnt habe.

Getaucht bin ich bisher an einigen Buchten an der Südostküste. In der Cala Serena habe ich wie oben erwähnt meinen Open Water Tauchschein gemacht. Mein Tauchverband ist der SSI. Das ist ein Deutscher Verband und neben dem weltweit größten Verband PADI der Bekannteste. Wo hier die Unterschiede liegen, habe ich nie richtig verstanden. Wahrscheinlich ist das eher für Divemaster und Tauchschulen interessant.

Die ersten Tauchgänge machte ich dann beim sogenannten “Hermann”.

An diesem Tauchspot muss man an einer Stelle ins Wasser springen – nicht jedermanns Sache. Meinen ersten Nachttauchgang erlebte ich in der Cala Egos. Nachts ins tiefschwarze Meer zu gehen war für mich so schon immer eine Überwindung. Aber auch noch Tauchen? Ich hatte ganz schön Angst vor meinem ersten Tauchgang bei Mondlicht. Ich stellte mir aber einfach vor, wie das Wasser tagsüber aussieht und sagte mir, dass sich das ja innerhalb weniger Stunden nicht ändern wird. Und so war es auch. Ehrlich gesagt, fand ich den Tauchgang im Nachhinein sogar recht langweilig. Alle Taucher fuchtelten unter Wasser mit ihren Taschenlampen durch die Gegend. Irgendwie stressig. Der tollste Moment war, als wir uns auf den Sandboden setzten, die Taschenlampen ausmachten und mit den Armen das Wasser aufwirbelten. Das Plankton fing augenblicklick an zu leuchten. Dieses sogenannte Meeresleuchten hat mich wirklich beeindruckt und zählt zu den schönsten Erlebnissen unter Wasser.

Um die Unterwasserwelt im Mittelmeer noch besser zu verstehen und um gesehene Lebewesen nach dem Tauchgang zu bestimmen, habe ich mir das Buch “Was lebt im Mittelmeer?” gekauft. Das ist ein tolles Nachschlagewerk und es macht Spaß, Tiere im Buch wieder zu entdecken. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen!

Neben dem Nachttauchgang habe ich noch weitere Tauchgänge an der Südostküste gemacht. Zum Beispiel in der Bucht vor der Hotelanlage Parque Mar in Cala d’Or, in der Cala Llamp und beim sogenannten Blue Hole. Ein besonders schöner Ausflug war die Segelboot-Tour auf die Dracheninsel (Sa Dragonera) im Westen von Mallorca. Okay, AUF die Insel ist vielleicht falsch ausgedrückt. Wir segelten ja nur VOR der Insel, um dort zu tauchen. Das vorgelagerte Archipel ist unbewohnt und sieht durch die Form und Felsenformatierungen aus wie ein Drache.

Unter Wasser merkt man schnell, dass Sa Dragonera nicht so überlaufen ist wie der Rest Mallorcas. Es gibt hier viele Fische und ich habe einige Muränen an den steilen Felsklippen gesehen. Vom Segelboot ins Wasser zu kommen ist relativ leicht: Man steigt einfach auf die Leiter und springt ins Wasser. Aber das Heraufkommen mit den schweren Flaschen!!! Oh je, oh je. Da mussten mir ein paar Leute schon helfen und ich fühlte mich wie ein gestrandeter Wal.

Übrigens: Wer keine Lust auf Tauchen, Angst oder schlichtweg kein Geld für dieses doch recht kostspielige Hobby hat, der kann auch wunderbar in den türkisblauen Buchten von Mallorca schnorcheln. Mit einem geschulten Blick und etwas Geduld entdeckt man auch bei der Tauchen-Light-Variante faszinierende Tiere und Pflanzen.

Alle Fotos by Borris Burba

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