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Die “geheime” Traumbucht – Caló de Moro

Es gibt da eine Bucht. Diese eine Bucht. Die Bucht, die alle suchen, um dort in herrlich türkisblaue Wasser einzutauchen und das Leben zu genießen. Diese eine Bucht war mal ein echter Geheimtipp. Vor zehn Jahren kannten nur wenige die richtige Abfahrt auf der Landstraße in Richtung Cala Llombards, die zu dieser versteckten Perle führt. Damals lag ich fast den ganzen Tag zwischen Mallorquinern auf meinem Handtuch und hatte jede Menge Platz am Strand, der so klein ist, wie er auf dem Foto oben aussieht.

Doch Mallorca wird immer beliebter und voller.

Und immer mehr Touristen suchen gezielt diesen Schatz, den sie in den Medien, auf Fotos und in Magazinen entdeckt haben. Die Caló des Moro (‚kleine Maurenbucht‘) ist schwierig zu finden. Hat man die richtige Abzweigung erwischt und entdeckt man dann mit klopfendem Herzen die Sackgasse, die voll mit Autos steht, beginnt erst einmal die Suche nach einem Parkplatz. Diese sind rar und werden immer weniger. Hat man einen gefunden, geht die richtige Suche erst los. Die Caló des Moro gehört zu einem 40.000 m² großen Privatgrundstück. Die Besitzer sind so nett und lassen alle Leute über ihr Grundstück Richtung Meer laufen.

Geht man die Steintreppe herunter, gelangt man zunächst zur Cala S’Almunia. Diese Bucht hat in den letzten Jahren mein Herz erobert. Jahrelang habe ich sie auf dem Weg zur Calo des Moro links liegen lassen. Weil: Kein Sandstrand! Fand ich doof. Ich wollte die perfekte Bucht, in der ich von meinem Handtuch aufstehen und ins Wasser rennen kann. Doch die Cala S’Almunia hat andere Vorzüge. Hier liegt man auf Beton direkt vor den kleinen Fischerhütten mit ihren Bootsschuppen. Oder so wie wir meistens, mit Sonnenliegen auf dem “Felsen mit dem Loch”.

Das Wasser ist hier wunderbar klar und durch die Felsen ist dieser Ort perfekt für Taucher und Schnorchler. Hier haben wir schon oft einen Oktopus gesehen und die kleinen Krabben kommen bis ans Ufer gekrabbelt. Diese Bucht ist nie überlaufen oder voll, da es anscheinend vielen Leuten so wie mir geht und ihnen die sandlose Bucht nicht attraktiv genug erscheint. Doch in der Cala S’Almunia fühle ich mich wie eine Einheimische. Hier sehe ich jedes Jahr dieselben Leute sitzen. Wahrscheinlich sind es die Besitzer der Häuschen. Alle kennen sich hier, unterhalten sich angeregt und treffen sich gemeinsam zum Picknick. Viva la Vida!

Von der Cala S’Almunia führt ein Weg durch ein Naturschutzgebiet zur Caló des Moro. Viele Leute drehen vorher um, da sie diesen Weg nicht finden oder sich nicht trauen über das Privatgelände zu gehen. Andere Leute haben da leider keine Hemmungen und gehen auch außerhalb der Wege über das Gelände und trampeln dann leider alles kaputt oder hinterlassen ihren Müll. 2009 kam es auf dem Grundstück zu einem Brand. Wahrscheinlich ist, dass dieser von einer Zigarette oder durch liegen gelassenes Glas entstanden ist. Nachdem das Gebiet neu bepflanzt wurde, stellten die Eigentümer oberhalb des Strandes Hinweisschilder auf, die auf den achtsamen Umgang mit der Natur hinweisen. Bitte unbedingt beachten!

Fazit: Beide Buchten sind meiner Meinung nach ein absoluter Traum. Für Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, die lange Treppen nicht gehen können, kann ich beide Plätze jedoch nicht empfehlen. Auch Personen, die Strände mit WC, Dusche, Liegen und Strandbar bevorzugen werden hier enttäuscht. Diese Buchten sind Naturstrände und daher auch so faszinierend schön.

Übrigens: Seit Jahren werden die Schilder, die in Richtung der Caló des Moro führen zerstört. Ob von genervten Anwohnern oder Touristen, die nicht teilen wollen – man weiß es nicht. Auf jeden Fall findet man immer wieder geheime Botschaften und Zeichen auf dem Weg zur Bucht.

UPDATE: In dieser Saison sind die Wege zur Bucht gesperrt. Man kommt nur zu Fuß, mit dem Rad oder einem Shuttle-Bus zum Strand.

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1 Comment

  • Reply
    Calo des Moro - die Geschichte einer Bucht. - FRATUSCHI
    19. Februar 2018 at 16:24

    […] geschrieben. Sie hat die Kletterpartie bei schönem Wetter auf sich genommen – schau dir hier ihre tollen Fotos […]

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