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Unsere Mallorca-Reisen mit Baby

Dass es so einfach werden würde, hätte ich nicht gedacht. Als wir zum ersten Mal mit unserer Tochter nach Mallorca flogen, war sie gerade mal 13 Wochen alt. Was hört und liest man nicht alles über das Fliegen mit Baby. Eigentlich fast immer nur Horror-Storys. Doch unser erster Flug war zum Glück total easy. Wir flogen Mitte Oktober mit Airberlin auf die Insel. Das Klima ist dann nicht zu heiß und trotzdem kann man sich in der Sonne wärmen und auch am Strand liegen. Perfekt für die erste Reise mit Baby.
Der Flug:
Mein großer Vorteil beim Reisen war, dass ich stillte. Das machte das Fliegen für mich einfach und stressfrei, da ich alles dabei hatte, um mein Kind zu füttern und zu beruhigen. Aber selbst mit Flasche, wäre es auch kein Problem gewesen, da man als Eltern Flüssigkeiten aller Art mit ins Flugzeug nehmen darf. Da wir keine Lust hatten, den kompletten Kinderwagen mitzunehmen, gaben wir nur das Gestell mit Maxi-Cosi beim Sperrgepäck ab. Innerhalb des Flughafens habe ich meinen Schatz dann in meinem geliebten ErgoBaby getragen. Bei Airberlin und Eurowings muss man übrigens für den Transport von Kinderwagen und Maxi Cosi nichts zuzahlen. Bei den Billig-Airlines würde ich immer das Kleingedruckte lesen, sonst wird der Flug teurer als gedacht.Wer seinen Kinderwagen oder Buggy nicht mitnehmen will, kann ihn auch auf der Insel leihen. Hier geht es zum Online-Verleih. Inzwischen haben wir einen Buggy bei meinen Eltern auf Mallorca stehen. Somit müssen wir nur noch einen Kindersitz für’s Auto mitnehmen. Fragt doch auch mal bei Euch im Hotel oder im Ferienhaus nach, ob es dort einen Kinderwagen gibt.

Wichtig zu wissen:
Kinder unter 2 Jahren zahlen nur einen Bruchteil des Flugpreises der Erwachsenen (je nach Fluggesellschaft unterschiedlich). Dafür bekommen sie aber auch keinen eigenen Platz. Sie werden mit einem extra Gurt auf dem Schoß der Mutter oder des Vaters angeschnallt. Im Internet habe ich häufig gelesen, dass dieser Gurt eher die Passagiere im Flugzeug vor einem herumfliegenden Baby schützen soll als das Kind vor Verletzungen. Der Gurt soll angeblich in den Körper einschneiden. Es gibt die Möglichkeit, einen eigenen Sitz für das Kind zu buchen. Zum normalen Preis. Dann braucht man allerdings auch einen Kindersitz mit Siegel “For use in Aircraft”. Jeder muss also für sich wissen, wie er mit seinem Kind fliegen möchte._dsc0234Warum auch immer, flogen wir Mitte Oktober mit einer großen Maschine. Die mit den zwei Gängen. Herrlich. Viel Raum, große Waschräume und einen Platz ganz vorne mit Babybett bekamen wir auch. Das kleine Babybett, das bei Erreichen der Flughöhe eingehängt wird, nutzten wir aber eigentlich nur als Ablage für Tücher, Spielzeug und Decke. Der Nachteil an diesen Betten: sie müssen sofort abgebaut werden, wenn die Anschnallzeichen erscheinen. Schlafen die kleinen Mäuse also in den Betten ein, muss man sie wieder wecken. Und das ist wirklich ärgerlich.

Ich stillte meine Tochter beim Anflug, damit sich ihre Ohren durch das Schlucken vom Druck befreiten. Der Flug verging so schnell, weil sie zwischendurch immer wieder einschlief. Ich glaube, dass dieses Alter (3 Monate) echt super ist zum Fliegen. Die Babys bekommen ja nicht viel mit. Sind einfach glücklich, im Arm zu liegen und sie schlafen ja wirklich noch viel. Natürlich kommt es immer auf das Kind an. Jedes Baby ist anders und jedes Elternteil ist es auch. Ich schreibe hier aus meiner eigenen Erfahrung. Ganz subjektiv. Mein großer Vorteil war und ist sicherlich, dass ich diese Strecke schon so oft geflogen bin und ich beide Flughäfen und die Abläufe sehr gut kenne._dsc0421
Der Mietwagen:
Am Flughafen Palma angekommen, warteten wir natürlich erstmal auf unser Gepäck. Eine Ausgabe für Sperrgepäck gibt es nicht. Zumindest lagen der Kinderwagen und der Maxi Cosi bisher immer mit den Koffern auf dem Gepäckband. Mit all unseren sieben Sachen ging es dann erstmal zum Mietwagenverleih.

Die Sache mit den Mietwagen wird ja auf Mallorca immer schwieriger und eigentlich ist es ein Thema für sich.

Aber ich mache es kurz. Unsere besten Erfahrungen haben wir bisher IMMER mit Hipercar und Centauro gemacht. Diese Firmen liegen außerhalb des Flughafengeländes und man wird mit einem Shuttle zu den Büros gefahren. Das heißt: Ab hier braucht man den Maxi Cosi bzw. einen Kindersitz. Bisher haben wir immer den Maxi Cosi mitgenommen und ihn als Kindersitz benutzt. Demnächst müssen wir uns was anderes überlegen. Einige Mietwagenfirmen bieten Kindersitze an, die man mitbuchen kann. Wie teuer das ist und wie gut diese Sitze sind, weiß ich nicht. Wenn ich es herausfinde, werde ich diesen Beitrag hier aktualisieren. Grundsätzlich empfehle ich für Mallorca aber immer einen Mietwagen. Auch wenn man in einem Hotel wohnt und einen Shuttle-Service hat. Viele Strände und Buchten kann man nur mit einem Auto erreichen. Und die schönsten Ausflugsziele lassen sich auch besser und individuell mit dem Auto bereisen. Gerade mit Kind möchte man ja unabhängig sein. Jede Familie hat andere Schlafens- und Essenszeiten. Mit Auto lassen sich diese also perfekt in den Urlaub integrieren.

Mein Tipp:
Nicht die kleinste Klasse buchen, sondern immer einen 5-Türer. So hat man genügend Platz für Koffer, Kinderwagen und Kindersitz. Außerdem finde ich es viel angenehmer, ein Kind ins Auto zu setzen, wenn das Auto auch hinten Türen hat 😉
Und noch etwas:
denkt beim Packen Zuhause auch an Sonnenblenden für die Seitenfenster.

Die Reisezeit:
Mallorca ist bei vielen Familien mit Kleinkindern beliebt. Ist ja klar. Man ist relativ schnell dort, Mallorca wird von fast allen Flughäfen angeflogen, die Infrastruktur und das Klima ist perfekt, es gibt Unterkünfte für jeden Geldbeutel und für jede Vorliebe. Natürlich ist Mallorca kein Geheimtipp mehr und in der Hochsaison wird es ziemlich voll an den Stränden und in Palma.

Oft werde ich gefragt, wann denn die beste Reisezeit mit Kindern ist. Wir waren mit unserer Tochter im Oktober (da war sie 13 Wochen alt), Dezember (5 Monate), März (8 Monate), Juni (11 Monate) und September (14 Monate) auf der Insel und am allerbesten war es Mitte/Ende September. Warum? Das Klima war einfach perfekt. In der Sonne war es nicht zu heiß. Man konnte es wunderbar aushalten ohne zu zerfließen und das Wasser war richtig warm. Vom Sommer aufgeheizt. Die Flüge waren günstig und die Strände nicht mehr zu voll. Viele Familien mit kleinen Kindern tummelten sich am Strand. Und das war schön. Eigentlich wie eine riesige Krabbelgruppe.
Apropos Strand:
Gibt es für Kinder eigentlich etwas Schöneres als am Strand zu spielen? Es muss für sie doch wie in einem riesigen Sandkasten sein. Bereits ohne eigenes Kind habe ich früher die Kleinen am Strand beobachtet. Die einen, die nackig (nur mit Schwimmflügelchen) ins Wasser rennen und Burgen bauen, die anderen, die in kompletten UV-Anzügen und mit weißem Creme-Gesicht auf der Decke bei den Eltern im Schatten spielen, kleine Babys, die nur in Windeln in Strandmuscheln schlafen und größere Kinder, die mit ihren Eltern Fußball spielen oder Beachball spielen. 

Auf einmal brauchen sie nicht viel mehr als Sand, Wasser und ein paar Förmchen. Wunderbar. Für mich war es sehr interessant in den letzten 18 Monaten zu beobachten, wie sich meine Tochter am Strand verhält. Mit 3 und 6 Monaten hat sie natürlich nicht viel vom Strand mitbekommen. Zum ersten Mal Spaß hatte sie im Juni, als sie knapp 1 Jahr war. Im Sand sitzen, im Sand krabbeln, Möwen beobachten, andere Kinder beobachten, mit Matsche spielen und mit den Füßen ins Wasser gehen (im Juni fand ich das Wasser noch zu kalt, um mit ihr komplett reinzugehen).
Im September dann, als sie 14 Monate alt war, war es das absolute Highlight am Strand zu sein. Für sie und für uns. Und so lief es ungefähr ab: Am ersten Urlaubs-Tag trug sie ihren UV-Anzug, wurde zusätzlich an freien Stellen mit UV-Schutz 50 eingecremt und wir versuchten, dass sie sich nur im Schatten aufhielt. Am letzten Urlaubs-Tag flitzte sie nackt am Strand entlang. Natürlich komplett eingecremt. Aber auf Schatten konnten wir nicht mehr achten ;). Und diese Dinge waren auch immer dabei:

    • Strandmuschel (hatten wir immer dabei, haben sie aber selten aufgebaut. Unsere Tochter wollte dort nicht rein. Weder zum Spielen noch zum Schlafen.)
    • Strandspielzeug (sie spielte gerne damit, aber noch lieber mit dem Spielzeug der anderen Kinder.)
    • Einen großen Eimer (klingt blöd, war aber total praktisch. Das Wasser wärmte sich darin auf und Carla spielte mit dem Wasser darin. Wir konnten sie darin baden und sauber machen.)
    • Sonnencreme, UV-Anzug, Windeln, Sonnenhut (trug sie immer), Handtuch, Bodies, warme Sachen, falls es windig oder frisch wurde
    • Essen, Trinken, Obst, Gläschen, Kekse
    • Buggy (darin schlief sie herrlich am Strand. Früher habe ich mich immer gefragt, warum Eltern den Buggy durch den Sand schieben und sich so viel Arbeit machen. Jetzt weiß ich warum. Unsere Kleine schläft nur darin ein wenn wir unterwegs sind. Nachdem man mit ihr 10 mal das Ufer hoch und runter gelaufen ist. Oder 20 mal.)
    • Kamera und Handy
    • Sonnenschirm 

 Die Unterkunft:
Auch werde ich häufig gefragt, welche Hotels ich mit Kindern empfehlen kann. Leider habe ich selbst noch gar keine Erfahrungen mit Hotels auf Mallorca gemacht. Wenn wir auf der Insel sind, übernachten wir bei meinen Eltern oder wir mieten uns eine Finca mit Freunden. Jeder hat andere Vorstellung von Urlaub. Außerdem kommt es natürlich auch auf das Alter der Kinder an. Ich bin ja ein großer Fan von Individual-Urlaub. Ich fühle mich damit freier. In einer Finca, in der ich allein mit meiner Familie und Freunden lebe, fühle ich mich einfach wohler. Mit Fremden Leuten frühstücken und am Pool liegen ist nicht mein Fall. Außerdem gibt es auf Mallorca so viele schöne Fincas und mit mehreren Leuten ist es auch richtig günstig, diese zu mieten.

Dennoch gibt es natürlich auch Fincahotels und Hotels, die für Familien geeignet sind. Hier habe ich Euch einige zusammengestellt, die ich recherchiert habe:


Ich kann also jedem mit Kind nur empfehlen, nach Mallorca zu reisen. Für Leute, die vielleicht eine längere oder weitere Reise planen, ist ein Mallorca-Urlaub mit Kind oder Baby die perfekte Übung und ein ideales Ziel. Denn etwas Wichtiges habe ich noch nicht erwähnt: die ärztliche Versorgung ist auf der Insel top. In Palma gibt es gute Krankenhäuser und auf der Insel gibt es viele deutsche Ärzte. Dank Lidl und Co. kann man Windeln, Babynahrung und Pflegeartikel günstig kaufen und das Klima ist auch angenehm. (aber Achtung: die Sonne in den Sommermonaten ist sehr aggressiv. Bitte haltet euch dann wenn es geht mit euren Kindern drinnen auf und macht einfach wie die Spanier eine Siesta).

Ich bin gespannt welche Abenteuer wir noch mit unserem Schatz auf der Insel erleben werden und wie oft wir es noch schaffen werden auf die Insel zu reisen. 

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5 Comments

  • Reply
    Lisa-maria
    15. April 2018 at 20:52

    Toller Bericht:-)
    Werde ihn mir oft durchlesen,da wir wahrscheinlich nächstes Jahr auf die Insel wollen:-) unsere Tochter ist jetzt 6 Monate alt und es wird evtl unsere Hochzeitsreise

    • Reply
      Natie
      19. April 2018 at 13:35

      Liebe Lisa-Maria,

      Mallorca ist wirklich ein tolles Ziel für Kinder in jedem Alter. Und für eine Hochzeitsreise natürlich auch ideal! Da kommt jeder auf seine Kosten. Alles Liebe für Euch!

  • Reply
    Danie Sahne
    27. Juni 2018 at 13:38

    Hallo 🙂
    von deinen Links zu den Unterkünften hat leider kein einziger funktioniert :/
    Liebe Grüße Danie

    • Reply
      Natie
      1. Juli 2018 at 14:16

      Lieber Daniel, Danke für den Hinweis, ich habe alle Links aktualisiert. Liebe Grüße zurück!

  • Reply
    Bett
    24. Oktober 2018 at 12:12

    Der Bericht ist geil) Danke!

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