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Die Ermita de la Victoria und die Wanderung zu den roten Felsen

Abseits der Touristenströme, eingebettet in das sanfte Hügelland der unberührten Halbinsel Alcúdia, liegt das ehemalige Kloster Ermita de la Victoria wie ein gut gehütetes Geheimnis. Keine Hotellobby mit Marmorboden, kein Poolbereich mit Liegestühlen – stattdessen: Stille. Weißgetünchte Mauern. Der Geruch von Piniennadeln und Meerwind. Und eine Aussicht auf die Bucht von Pollença, die uns beim ersten Anblick sprachlos gemacht hat. Und das Beste: Man kann hier übernachten!

Ermita Victoria: wo Mönche einst gebetet haben

La Victoria, ein historisches und ehemaliges Kloster, liegt eingebettet in einem atemberaubenden Naturschutzgebiet. Es wurde einst von mutigen Mönchen errichtet, die sich hier zurückgezogen haben, um in Frieden und Abgeschiedenheit ihren Glauben zu leben. Das Naturschutzgebiet rund um das Kloster La Victoria bietet zahlreiche Wanderwege und Aussichtspunkte, die zu abenteuerlichen Erkundungstouren einladen.

Wir haben ein Zimmer, das vor Jahrhunderten von Mönchen bewohnt wurde. Das klingt zunächst nach wenig Komfort – und ja, die Zimmer der Ermita sind schlicht. Aber genau das ist es, was diesen Ort so besonders macht. Kein Fernseher, der uns ablenkt. Keine Minibar, die uns verführt.

Stattdessen: ein Fenster mit Blick auf die Natur, ein Buch, das wir endlich wieder aufschlagen wollen, und die vollkommene Abwesenheit von Lärm.

Übernachten in der Ermita Victoria

Wer in der Ermita de la Victoria übernachtet, hat einen entscheidenden Vorteil: Wir können aufbrechen, bevor der Rest der Welt auch nur den ersten Kaffee getrunken hat. Und genau das tun wir.

Kurz nach Sonnenaufgang machen wir uns auf den Weg zur Penya Migdia – den markanten roten Felswänden, die schon vom Kloster aus neugierig in den Himmel ragen. Der Start ist denkbar einfach: Hinter dem Parkplatz der Einsiedelei schlängelt sich ein breiter Schotterweg nach oben.

Die Luft ist noch frisch und riecht nach Erde und wilden Kräutern. Eidechsen huschen über die Steine. Die Welt gehört uns allein.

Wanderung zum Aussichtspunkt Penya Migdia

Der Weg zur Penya Migdia ist nur zum Teil beschildert. Als schmaler Pfad zweigt er vom breiten Hauptweg nach links ab. Erkennungszeichen: zwei hölzerne Wegweiser, die in andere Richtungen zeigen, und ein schlichtes Holzgeländer. Wir wären beinahe drübergelaufen. Aber dann: abbiegen, den Schritt etwas verlangsamen und hineinspazieren in eine andere Welt.

Der Pfad ist schmal, steinig und führt uns stetig bergauf. Der Weg zum Felsen ist nicht explizit ausgeschildert, aber gut zu erkennen. Als schmaler Pfad führt er vom breiten Hauptweg links ab. Zu erkennen ist er an hölzernen Wegweisern, die hier in zwei andere Richtungen zeigen und dem Holzgeländer.

Wann immer wir kurz verschnaufen, tut uns das mit einer Aussicht, die uns jedes Mal neu umhaut: Die Bucht von Pollença liegt tief unter uns, das Wasser schimmert in einem unwirklichen Türkisblau, und die gesamte Halbinsel von Alcúdia breitet sich vor uns aus.

Das Highlight kommt zum Schluss

Wer oben ankommt, steht zunächst vor einer engen Felsspalte. Schmal, dunkel, etwas fordernd. Wir schauen uns kurz an. Und dann schlüpfen wir durch.

Was auf der anderen Seite wartet, kann man kaum beschreiben, ohne dabei das Wort „atemberaubend“ zu bemühen – also tun wir es trotzdem: Es ist atemberaubend. Der Blick öffnet sich auf die gesamte Südspitze der Halbinsel, auf das Cap Formentor und auf das tiefblaue, offene Meer, das bis zum Horizont reicht und dort einfach weitergeht.

Wir atmen tief ein. Nochmal. Und nochmal.

Zurück zur Ermita de la Victoria

Der Rückweg führt uns auf demselben Pfad zurück zur Ermita – und das ist kein Problem, denn bergab sehen wir plötzlich Dinge, die wir beim Aufstieg übersehen haben: eine Wildblume zwischen den Steinen, eine Amsel, die uns neugierig beobachtet, das Leuchten des Meeres durch die Kiefern.

Am Kloster angekommen wartet das Klostercafé auf uns. Ein Café con Leche – stark, cremig, perfekt. Dazu ein Stück Mandelkuchen, der nach Mallorca schmeckt: süß, nussig, ehrlich. Wir setzen uns auf die Terrasse, strecken die Beine aus und sind vollkommen zufrieden.

Es ist noch nicht einmal halb zehn.

Kloster Übernachtungen auf Mallorca findest Du interessant? Dann schau dir unseren Beitrag zum Kloster LLuc an!

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