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Stürmisches Fotoshooting

Mallorca lockt nicht nur jede Menge Touristen im Jahr an, sondern die Insel ist auch beliebte Kulisse für Foto- und Filmproduktionen. Das Restaurant Cafe Pablo unserer Eltern diente beispielsweise eine komplette Saison lang als Location für die ARD-Vorabendserie “Verbotene Liebe”. Doch es ist nicht nur die Schönheit der Natur und der Städte und Dörfer, sondern auch die sehr gute Infrastruktur der Insel, die die Medien- und Werbebranche zu schätzen weiß. Natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle. In der Modebranche produziert man Fotostrecken immer 6 Monate im Voraus, sodass Sommermode im Winter fotografiert werden muss. Dafür braucht es Sonne und Sommerlicht – und das ist selbst im Winter in Hülle und Fülle auf Mallorca zu finden. Eigentlich! Das einem das Wetter aber auch mal einen Strich durch die Rechnung macht, musste ich am eigenen Leib erfahren. Für ein großes deutsches Modehaus, das ich für meine Arbeit betreute, entschieden wir, eine Strecke über Männermode auf Mallorca zu shooten. Der Plan: Mit einem Oldtimer die Serpentinen vom Cap de Formentor abfahren und die Traumkulisse mit der Herrenmode zu verbinden.

Bei Wind und Wetter

Schon in der Nacht vor der Produktion zog ein heftiges Gewitter auf, sodass die komplette Crew kerzengerade im Hotel-Bett saß und wohl kaum jemand ein Auge zu gemacht hat. Doch das Gewitter verzog sich und am Morgen zeigte sich Mallorcas Wintersonne und schenkte uns ihr schönstes Strahlen. Das die großen Gewitter-Wolken so schnell verschwunden waren, hatte allerdings auch seinen Grund: Wind! Und davon nicht zu wenig. Doch wir waren optimistisch und wollten an unserem Plan festhalten: Oldtimer! Bergstraßen! Cap de Formentor! Medienmenschen können sehr hartnäckig sein, wenn es darum geht, das perfekte Bild zu bekommen.

 
Die Fahrt zum Cap im Kleinstransporter war abenteuerlich und ich musste mich zwingen, die ganze Zeit vor mir auf die Straßen zu starren. Ich sollte dazu sagen, das ich schon ohne Windböen die rechts und links am Auto zerren Probleme beim Serpentinenfahren bekomme. Oder anders: Mir wird speiübel. Daher machte ich drei Kreuze, als wir oben am Cap de Formentor ankamen. Doch das gute Gefühl hielt nicht lang. Der Wind hier oben war so stark, der er uns die Sonnenbrillen von den Köpfen riss. Einzelne Böen waren so heftig, das sie einem die Luft aus den Lungen pressten. So einen starken Wind hatte ich bis dato auf Mallorca noch nie erlebt. Und mitten in diesem Sturm wollten wir unsere Sommerproduktion fotografieren.

Die wilde Seite der Sonneninsel

Unser Fotograf Daniel Riera machte seinen Job trotz der widrigen Umstände sehr gut und zog unseren Plan, den wunderschönen alten Porsche in einer Kurve vom Cap zu fotografieren, knallhart durch. Auch wenn er dafür von seiner geliebten Kappe für immer Abschied nehmen musste, die ihm einfach vom Kopf gefegt wurde. Wir konnten nur zusehen, wie der Wind sie weit aufs Meer hinaus trug. Bye Bye! Nachdem einige Bilder im Kasten waren wurde der Wind so stark, das wir nur noch brüllend miteinander kommunizieren konnten. Mode und Haarpracht der Models blieb keine Sekunde da, wo sie hingehörten, Stylist und Visagist verzweifelten zunehmend und wir gaben schließlich auf.

Erst später erfuhren wir, das der Wind inzwischen ein Stärke von 11 erreicht. Ich übersetze mal eben auf metereologisch: orkanartiger Sturm!!

Fotocredit: Daniel Riera

Das Cap de Formentor hat sich an diesem Tag auf jeden Fall in seinen stürmischsten und wildesten Momenten gezeigt und ich habe wieder eine neue, etwas unberechenbare Seite der Insel kennen lernen dürfen. Aber irgendwie ist es auch wunderschön, das aufgewühlte Mittelmeer, oder?

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